Monfalcon di Forni

In den Friulanischen Dolomiten

Monfalcon di Forni (2448m)

Dienstag, 18. Juni 2019

In dem im Jahr 1996 zum Naturpark erklärten Gebiet der Friulanischen Dolomiten führt, ausgehend vom Ort Forni die Sopra, eine Rundtour durch die Monfalconi-Gruppe zum Monte Pramaggiore, welche, je nach Gestaltung der Tourlänge, die Schutzhütten Rifugio Giaf, Rifugio Padova, Rifugio Pordenone und Rifugio Flaiban-Pacherini passiert.

Unsere Rundtour beginnt am 17. Juni 2019 abends mit einer Pizza in der Pizzeria Varmost in Forni di Sopra und dem anschließenden Aufstieg zum Rifugio Giaf (1.400m), einer großen Schutzhütte mit rund 40 Schlafplätzen. Die freundliche Wirtin wartet uns ein Gösser-Bier auf, quartiert uns in einem Zweibettzimmer im Dachgeschoß ein und versorgt uns mit einem Bildband über die Friulanischen Dolomiten als Bettlektüre.

Am 18. Juni 2019 starten wir um 05:30 bei schönem Wetter am Weg CAI342 mit Blick auf die bereits sonnigen Dolomitentürmchen und begleitet von den ersten Blüten von Silberwurz, Anemonen, (Wiesen)Enzian, Leimkraut, Fettkraut, Zwergprimeln und Almrausch zur Forcella del Cason (2.224m). Dort bekommen wir bereits einen ersten Eindruck der gewaltigen Monfalconi-Gruppe mit unzähligen verschiedenen Türmen, Spitzen, Zacken und Schrofen. Inmitten dieser Kulisse liegt auf einer kleinen Anhöhe das Bivacco Marchi Granzotto (2.170m) im oberen Val Monfalcon di Forni.

Monfalcon di Forni

Wir entscheiden uns, von hier aus einen Abstecher auf den Monfalcon di Forni (2.448m) zu machen. Der Normalweg (Via Steinitzer) führt zunächst markiert zur Forcella Monfalcon di Forni, von welcher wir anhand einer italienischen Tourenbeschreibung begleitet von Steinmännern und verblassten Markierungen durch eine Schlucht mit Schneeresten aufsteigen und sodann in einer Scharte den Gipfelanstieg beginnen. Von der Scharte steigt man zunächst einige Meter nach Westen ab und folgt hier den Steigspuren auf einen kleinen Sattel. Es folgt eine leicht abfallende Querung nach Norden bis man unmittelbar vor der markanten Schlucht steht. Diese mit viel Schotter gefüllte Rinne wird auf ihrer gesamten Länge für rund 100 Höhenmeter durchstiegen. Die ein oder andere, leichte Kletterstelle lässt uns nicht bremsen!

Nach dem Durchstieg befindet man sich in einer kleinen Scharte und weist eine (verblasste) Beschriftung eindeutig den Weiterweg nach rechts. Hier folgt eine kurze Kletterstelle und danach geht es stets dem einfachsten Weg folgend durch I-er Gelände für weitere 100 Höhenmeter empor. Die Wegfindung ist zwar hier nicht immer ganz eindeutig, man trifft jedoch stets auf blasse Markierungen und Steinmänner. Im finalen Anstieg auf den Gipfel wartet noch die Schlüsselstelle, ein nahezu senkrechter, aber gutmütiger II+ Kamin. Hier ist auch eine Abseilstelle auf einem Felskopf angebracht. Danach ist in ein paar Metern der Gipfel erreicht, von welchem wir trotz der schon aufziehenden Wolken einen großartigen Rundblick genießen.

Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg zurück zum Weg CAI342, von welchem der Weg CAI349 zur Forcella del Leone (2.290m) abzweigt. Dieser führt zunächst über Schotter, dann über Wiesenboden bergab durch das Val Monfalcon di Cimoliana, in welchem auf ca. 1.900m ein aufgelassener Weg zur Forcella Cimoliana (2.183m) abzweigt. Unwetter im Oktober 2018 bewegten nicht nur in dieser Scharte Schottermassen herab, wodurch der Weg überwiegend nicht mehr vorhanden ist. Mühsam geht es durch Schotter bergauf, dann kommen uns noch vorhandene Schneefelder zu Hilfe, wodurch wir die Steigstufen der zerstörten Klettersteigpassage nicht benutzen müssen. Im oberen Drittel des Anstiegs erwischt uns schließlich der Regen, in dem wir die letzte steile, kleinschottrige Passage noch absolvieren müssen. Auf der Forcella Cimoliana ist schon der berühmte Campanile di Val Montanaia (2.173m) und das Bivacco Perugini (2.060m) in Sicht, zu welchem wir über den Weg CAI353 absteigen und regenbedingt eine zweistündige Mittagspause einlegen.

Unter bedecktem, fast regenfreiem Himmel marschieren wir schließlich dem ebenfalls durch das Unwetter teilweise zerstörten Weg CAI353 vorbei am Campanile di Val Montanaia folgend über Schotter entlang eines Baches steil abwärts zum Rifugio Pordenone (1.249m). Diese Schutzhütte mit 60 Schlafplätzen wird von einem Ehepaar geführt, welches uns eine reichhaltige Minestrone und ein Frico mit Champignons und Kraut auftischt. Dazu gibt es Bier, Weiß- und Rotwein. Nach diesem langen Tag  begeben wir uns, sehr zum Erstaunen der Wirtin, bereits um 20 Uhr zur Bettruhe.

GPS Track

Gesamtstrecke: 13247 m
Maximale Höhe: 2453 m
Minimale Höhe: 1090 m
Gesamtanstieg: 1733 m
Gesamtabstieg: -1435 m

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